Austellungen 2009

Antoni Tàpies
06. November - 09. Januar 2010
verlängert bist 23.01.2010
Druckgrafik aus vier Jahrzehnten

Eröffnung: Freitag, 6. November 2009 um 19:00 Uhr
Einführung: Susanne Kiessling

Der 1923 in Barcelona geborene Maler, Grafiker und Objektkünstler schuf ein umfangreiches Oeuvre und gilt als der bedeutendste spanische Künstler des Informel. Bekannt wurde er durch die Verwendung ungewöhnlicher Materialien wie Stroh, Korn und Sand und fand 1954 über den Surrealismus seine ganz eigene Ausdrucksweise.

Nach einem anfänglichem Jurastudium begann Antoni Tàpies 1946 autodidaktisch zu malen. Wesentliche Anregungen erhielt er zunächst in Barcelona durch den Kreis junger Dichter, Literaten und Künstler um die unter seiner Mitwirkung 1948 gegründete avantgardistische Zeitschrift 'Dau al Set'. Tàpies verhalfen die ersten Ausstellungserfolge in Barcelona 1950 zu einem Paris-Stipendium der französischen Regierung. Dort geriet er in das brodelnde intellektuelle Klima und kam in Kontakt mit Künstlern der Art Informel wie Jean Fautrier und Jean Dubuffet. Auch Antoni Tàpies verdichtet die Materie seiner Bilder, mischt Sand und andere Materialien in die Ölfarbe. So erzeugt der Maler raue, mauerartige Strukturen, in die er ein karges Repertoire von Zeichen hineinkratzt und 'armselige Materialien' hineincollagiert.

Der späten 'Arte Povera' verwandt, ist das Werk Tàpies' bis heute voller nicht leicht zu entschlüsselnder Zeichen und Kürzel, die auch esoterisch-magische Chiffren assoziieren lassen. Der universell gebildete Künstler verwendet Elemente verschiedener Kulturkreise, doch ist er im Wesentlichen von seiner katalanischen Heimat angeregt. Weitere Einflüsse sind seine Erinnerungen an die Kindheit, an die Graffiti der Mauern von Barcelona und die katalanische Tradition des organischen Ornaments. Die dunkle Farbpalette verleiht seinen Bildern ein zutiefst poetisch-melancholisches, zugleich prosaisches Moment mit sich wiederholenden Motiven – geheimnisvolle Kreuzformen, magische Elemente, Kreise, Buchstaben und Zahlen, denen vom Künstler keine Definitionen auferlegt werden.

Seit den 60er Jahren setzt Antoni Tàpies seine druckgraphische Arbeit mit grosser Liebe und Experimentierfreude um. Die Gravierkunst bietet ihm dabei ein breites Feld von Ausdrucksmöglichkeiten. Mehr als einmal hat der Künstler erklärt, er verwende eine dünne Kupferplatte genau so wie ein Karton- oder Papierstück, weil er all seine Arbeiten mit dem gleichen Geist verrichte.

Die Galerie Nero zeigt in einer Einzelausstellung druckgraphische Werke aus vier Jahrzehnten, die der Künstler von Hand in beeindruckender technischer und künstlerischer Qualität geschaffen hat.


Joachim Hiller
Malerei und Reliefs
Neue Arbeiten
24. Juli – 17. Oktober
verlängert bis zum 31. Oktober

Eröffnung: Freitag, 24. Juli 2009 um 19:00 Uhr
Einführung: Prof. Klaus Honnef, Bonn
Der Künstler ist anwesend

Joachim Hiller Video Galerie Nero

Joachim Hiller Video Galerie Nero

Für die zweiteilige Ausstellung wurden sowohl neue Arbeiten als auch noch nicht gezeigte Werkgruppen aus Joachim Hillers umfangreichen Fundus ausgewählt, die die Experimentierfreudigkeit und die frappierende Vielfalt seines einzigartigen Œuvres dokumentieren. Stark von der intensiven Beschäftigung mit naturhaften Strukturen und Formgesetzen geprägt, benutzt er völlig ungewöhnliche, nicht selten von ihm selbst entwickelte Maltechniken. Abseits von bekannten Stilkategorien, führen diese Arbeiten in bislang unbekannte visuelle Regionen.
Dabei versteht Joachim Hiller Malerei als einen Prozess, der ausdrücklich die Eigenschaften der von ihm verwendeten Materialien in die Gestaltung mit einbezieht.

Hiller

Joachim Hiller, 1933 in Berlin geboren, war nach dem Kunststudium in Berlin als Werbegrafiker und Artdirector in Frankfurt a.M. und Hamburg tätig. Seit 1969 jedoch widmet er sich ausschließlich seiner Malerei. Völlig abseits des Kunstbetriebs ist in vierzig Jahren ein umfangreiches, vielgestaltiges Werk entstanden. Seit Hillers Arbeiten 2006 erstmals öffentlich gezeigt wurden, haben sie international Aufmerksamkeit gefunden. Sie wurden in zahlreichen Ausstellungen und auf Kunstmessen u.a. in Köln, Karlsruhe, Zürich, Seoul, Santa Fe und Vilnius gezeigt. Für Ende 2009 und Sommer 2010 sind Ausstellungen im Chelsea Art Museum in New York und im Museum Eremitage in St. Petersburg in Planung.

Prof. Klaus Honnef ist freier Autor und Journalist, Ausstellungsmacher und Vizepräsident der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes – AICA und Mitglied von ICOM –Deutschland, International Council Of Museums –Internationaler Museumsrat. 2009 schrieb er das Vorwort zur Werksbiografie Joachim Hiller von Dr. Peter Lodermeyer, erschienen im arthellweg verlag.

1. Teil vom 24. Juli bis 15. September
2. Teil vom 17. September bis 17. Oktober 2009


LUCA BRANDI, Florenz
Malerei und Skulptur
15. Mai bis 27. Juli 2009

Eröffnung: Freitag, 15. Mai 2009 um 19:00 Uhr
Einführung: Susanne Kiessling
Wilma Maria Estelmann, Präsidentin der Società Dante Alighieri
Gesellschaft für deutsch-italienischen Kulturaustausch e.V.

Die Galerie Nero zeigt vom 15. Mai bis 27. Juli 2009 Bilder und neue Skulpturen des italienischen Künstlers Luca Brandi.

Bereits im Alter von 10 Jahren ist der 1961 in Florenz geborene Luca Brandi Schüler des florentinischen Kirchenmalers Romolo Prati und arbeitet mit an der Ausführung von großen religiösen Tafelbildern für Sakristeien in einigen Kirchen in Florenz. So erlernt er bereits sehr früh die Technik der Tafeleinfassung und die Stratifikation der Malerei bei der Vorbereitung des Grundes für großformatige Werke. Nach jahrelanger intensiver Beschäftigung mit der abstrakten Malerei und den großen Meistern des abstrakten Expressionismus und deren Philosophien, entstehen seit 2000 meist minimalistisch anmutende Arbeiten, die vorwiegend auf der Verwendung von metallischen Farben basieren und die bis heute die Grundlage seiner Arbeit bilden.
Dabei wird die Leinwand mit mehreren Schichten Acrylpaste vorbereitet, bis die Farbe aufgelegt und mit Pinselbewegungen stratifiziert wird. Die metallische Farbe wird danach mit Lasuren dunkler Farbe bedeckt. Einige Werke sind monochrom, andere entwickeln aufgrund der Zerlegung der Flächen durch geometrische Malerei und Farbe neue Horizonte und Räume. Durch diese Technik schafft Luca Brandi ausdrucksstarke Monochrome, die durch das sich entfaltende Farbspektrum und die ungeheure Leuchtkraft zu lebendigen Reliefs werden.

Luca Brandi:
„Viele fragen mich, was ich mit meinen Bildern darstellen möchte, und ich antworte, dass es sich nicht um eine Darstellung handelt, sondern um reinen Ausdruck der Seele, die durch die Werke mit dem Leben kommuniziert. Es ist ein Mittel wie eine Zeit- oder Gedankenmaschine, die den Betrachter zum Reflektieren, Meditieren bringt, mit Hilfe von Farbe, Materie, Spiegelungen. Es ist eine Art von Malerei, die sich zu Anfang jeder Lesart zu entziehen scheint, gerade weil vorwiegend in Schichten aufgetragene metallische Farben benutzt werden. Aber bei genauerem Hinsehen fühlt sich der Betrachter schnell als ein Teil des Werkes, so dass er darin seine eigenen Gedanken und Phantasien zu sehen versteht."

Wir freuen uns sehr, über die Unterstützung der Präsidentin der Società Dante Alighieri Wiesbaden - Gesellschaft für deutsch-italienischen Kulturaustausch e.V., Frau Wilma-Maria Estelmann, die wir anlässlich der Vernissage begrüßen dürfen.


Sabine Fernkorn - Lichtspuren
Malerei
3. April bis 9. Mai 2009

Eröffnung: Freitag, 3. April 2009 um 19:00 Uhr
Einführung: Manuel Ströhlin, Düsseldorf

Sabine Fernkorn - Lichtspuren

„Licht fließt, Farbe fließt" – was sprachlich ein schiefes Bild zeichnet, benennt jedoch recht präzise den visuellen Eindruck, den Sabine Fernkorns Malerei immer wieder hinterlässt. Die Fließeigenschaften ihrer wässrigen Acrylfarbe geben ihren Bildern eine flüssige, fließende Anmutung. Die Bilder, ganz besonders die jüngst entstandenen, wirken oft, als sei die Farbe auf homöopathische Dosen verdünnt und das Licht in seinen feinsten Abstufungen durch das Auswaschen der Pigmente erzeugt worden. Die „rituelle" Gewohnheit von Sabine Fernkorn, beim Malen jeder neuen Farbe Spurenelemente der zuvor verwendeten verdünnten Farbsubstanzen beizumischen, zeigt den Anspruch der Malerin, durch alle Farben eines Bildes einen tonalen Grundimpuls hindurchfließen zu lassen und sie auf diese Weise miteinander zu verbinden. Es ist ein überaus subtiler Anthropomorphismus in diesen lichthaltigen Arbeiten: Wie menschliche Haut wirken ihre Oberflächen, ebenso zart nuanciert und verletzlich. An Fernkorns neuesten Arbeiten lässt sich die seltene Beobachtung machen, dass Gemälde tatsächlich erbleichen oder erröten können.
Peter Lodermeyer, Bonn (Textauszug aus dem Katalog 'Sabine Fernkorn, Lichtspuren', 2009)

Vita
1961 geboren in Münster
1983-90 Studium der Malerei an der Kunstakademie Münster
1988 Meisterschülerin (bei Prof. L. von Arseniew)
1989 Erstes Staatsexamen für Kunst u. Theologie
1991 Akademiebrief Freie Kunst, seitdem freischaffend tätig
2000-05 Atelierstipendium der Stadt Bonn und des Bonner Kunstvereins
2001 Trägerin des 11. Hans-Thuar-Preises, Bonn
Lebt und arbeitet in Bonn.

Einzelausstellungen (E) und Ausstellungsbeteiligungen (GR), Auswahl
2009 E Malerei. Galerie Nero, Wiesbaden (Kat.) 2008 GR Rhythmus. Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden GR dazwischen. Kunstverein Germersheim 2007 E Neue Arbeiten. 'Tapetenfabrik', Bonn 2005 GR Maigang/ Bonner Kulturnacht Atelierhaus des Bonner Kunstvereins GR Lighthouse. Benefizauktion Bonner Preisträger, KunstMuseum Bonn 2004 GR Kunstsommer, Kunstverein Oberhausen/ Galerie P.Tedden, Dümpten GR Bonner Künstler zu Gast in Lübeck, Kulturforum Burgkloster, Lübeck 2003 E Malerei. Städtische Galerie 'Kurfürstliches Gärtnerhaus', Bonn 2002 E Malerei. Galerie Contemporanea Hildegard Reeh, Oberbillig/Trier GR StadtKunstBonn 2002 2001 GR Kunst für Kaliningrad-Königsberg, Museum Ostdeutsche Galerie, Regensburg und Staatliche Kunstgalerie Kaliningrad (Kat.) E Hans-Thuar-Preis 2001 (Preisträgerin), KunstMuseum, Bonn 2000 GR Arche. Kunstverein Bad Salzdetfurth, Bodenburg (Kat.) Gr Nahtstellen. Kreismuseum Blankenheim. (Kat.) GR st'art 2000. Foire d'art contemporain. Strasbourg, Frankreich 1999 GR EMPRISE Art Award '99. NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, Düsseldorf (Nominierung)


QI YANG
Malerei - Installation - Video
27. Februar bis 28. März 2009

Eröffnung: 27. Februar 2009, 19.00 Uhr
Einführung: Susanne Kiessling

Qi Yang

Die Spannungen zwischen Kultur und Tradition seines fernöstlichen Geburtslandes und seiner heutigen westlichen Heimat prägen das Künstlerdasein von Qi Yang. Seine ihm eigene Bild- und Formsprache entwickelt er auf der Grundlage seiner Erfahrung mit der chinesischen Philosophie, der überlieferten chinesischen Kunst und der Meditationspraxis einerseits und seiner Kenntnis mit den Strömungen der westlichen Kunst anderseits. Aus diesem Widerstreit heraus bezieht die Kunst von Qi Yang ihre innere Triebkraft und legt so die vielfältigen Überschneidungen der unterschiedlichen Welten im permanenten Schaffensprozess des Künstlers offen.

In der Malerei des Künstlers wird eine eher oberflächliche Anlehnung an den „Abstrakten Expressionismus, den Tachismus und des Informel sichtbar. Er beabsichtigt die Maltechniken des abstrakten deutschen Expressionismus mit der philosophischen Vernunft des Daoismus im Sinne von „Die großen Erscheinungen sind ohne Form" zu verbinden. Die Farbtöne sind einfach und klar, die Pinselführung schlicht und ungezwungen, die Rhythmik ist abstrakt, verändert sich fortwährend und hat so Qi Yangs eigenen Malstil geformt.

1952 geb. in Wuhu, VR China 1978-82 Bachelor of Arts der Normal University Anhui, Wuhu 1987 Beginn des Kunstaustausches als freischaffender Künstler in Deutschland 1996 Promotion am Kunsthistorischen Institut der Universität Heidelberg 1999 Ernennung zum Professor für Freie Malerei an der Akademie der Künste, Universität Anhui, VR China Seit 2003 Visiting Professor für Freie Kunst der staatlichen Kunstakademie Xi´an, VR China 2003–05 Lehrbeauftragter Professor für Malerei, Bergische Universität Wuppertal 2004 Unesco-Kunstprojekt „Humanität", Frankfurt 2005 Beirat der Indentity Foundation, Teilnahme an der „2. Peking Biennale" 2007 Kurator des Kunstkuratoriums der Bethe-Stiftung

GEORG MATTHES
Modern Dance Fotos
Fotografie
23. Januar bis 21. Februar 2009

Eröffnung: Freitag, 23. Januar, 19:00 Uhr
Einführung: Jürgen Raap, Kunstkritiker Köln

Georg Matthes, Fotografie

Die Faszination für Japan kann man den Arbeiten von Georg Matthes anmerken. Seine Bildsprache und die Ästhetik lassen sich wie eine Biographie lesen. Matthes Wurzeln sind spürbar in der Manga-Welt zu finden. 1972, nach seinem Umzug nach Japan, beginnt er seine Ausbildung bei Ishinomori Shotaro zum Cartoon Zeichner. In den darauf folgenden Jahren macht er sich in Japan einen Namen als Zeichner mit regelmäßigen Karikaturen und Artikeln in der größten überregionalen Tageszeitung „Yomiuri".

Der Japanspezialist begibt sich parallel dazu auch in das Filmmetier: er ist als Moderator und Schauspieler im japanischen Fernsehen vor und als Produzent hinter der Kamera aktiv.
Der gebürtige Düsseldorfer startet eine eigene Videoproduktion für modernes Ballett.
Die Tanzwelt wird ihn lange Zeit beschäftigen. Bis heute hat er mehr als 450 Tanzfilme und Filme von Bühnenaufführungen geschaffen.

Seit den 80er Jahren verarbeitet er die Tanzeindrücke nicht nur filmisch sondern auch zeichnerisch in seinen Mangas (Cartoons) und fotografisch. Die Bewegung des Films kombiniert der 1942 geborene Künstler mit der Farbigkeit und den grafischen Elementen aus seiner Manga-Zeit. So hat er seinen eigenen Stil entwickelt, der zugleich plakativ wie auch leicht ist.

Seit 1996 ist Georg Matthes zumindest teilweise wieder zurück in Deutschland mit Ausstellungen unter anderem im Ludwig Forum Aachen, dem Staatlichen Museum in St. Petersburg, Tivat Montenegro und zahlreichen internationalen Galerien.

Aber Japan ist nicht vergessen. Er produziert Dokumentarfilme über Japan, japanische Ballettaufführungen im Tanzhaus NRW, Düsseldorf, Rockkonzerte zum Japanjahr in Düsseldorf und unterrichtet Jugendliche in der Kunst des Mangazeichnens.

Die Ausstellung in der Galerie Nero zeigt Fotos von Tanz und Theater sowie Videostills aus Matthes Videoproduktionen.

 
Kaiser-Friedrich-Ring 22 | D-65185 Wiesbaden | Inhaberin: Susanne Kiessling