• 2010
  • GALERIE NERO, Wiesbaden
     

    Austellungen 2008

    INFORMELLE KUNST
    Klassische und zeitgenössische Positionen
    Malerei – Zeichnung - Grafik
    5 Dezember 2008 bis 10. Januar 2009

    Eröffnung: Freitag, 5. Dezember, 19:00 Uhr
    Einführung: Susanne Kiessling

    Einladung Informelle Kunst

    Informel dient als Sammelbezeichnung für abstrakte Kunstrichtungen der Nachkriegszeit, die sich durch „psychische Improvisation" auszeichnen.

    Es ist eine Malweise, die sich außerhalb streng geometrischer Tendenzen sowie einer organisierten Formstruktur und einem planmäßigen Bildaufbau bewegt. Das Charakteristikum des Informel ist der spontane, gestische Malakt, der sich durch die impulsive Rhythmik von Farbflecken und Linien definiert. Der Malakt als solcher gewinnt dabei an Bedeutung, Betont wird die Aktion, die spontane Niederschrift, Malerei als Ausdruck menschlicher Bewegungsrhythmen und Handlungsimpulse.

    Die Kunst des Informel hat in den 50er und 60er Jahren in Deutschland eine vorherrschende Rolle gespielt, sie ist heute historisch gesichert. Bis in die 70er Jahre hinein bestimmte er die internationale Kunstszene. In den letzten Jahrzehnten, seit dem Entstehen von Pop Art und neuer Figuration, stand das Informel nicht mehr im vordersten Bewusstsein. Seit einiger Zeit scheint sich jedoch eine Renaissance anzubahnen.

    Die Galerie Nero, die sich mit ihrem Programm hauptsächlich auf internationale nicht gegenständliche Kunst spezialisiert hat, zeigt sowohl Arbeiten wichtiger Wegbereiter des Informel, als auch zeitgenössische Positionen und Werke von Künstlern jüngerer Generation, die von dieser Kunstrichtung beeinflusst wurden.

    Bei der Vielfalt der gezeigten Werke, welche die Genres Malerei, Zeichnung und Grafik umfasst, geht es fast immer um das Aufdecken oder Hinterlassen, das Verfolgen oder auch Verwischen von Spuren. „Spuren", das bedeutet Zeichen von Prozessen, von emotionalen, geistigen oder körperlichen Bewegungen.

    Teilnehmende Künstler:
    Oliver Christmann, Dennis Ekstrom, K.O. Götz, Joachim Hiller, Gregor-Torsten Kozik, Heinz Mack, András Márkos, Bernd Mattiebe, Jean Miotte, Friederike Oeser, Lothar Quinte, Hans Rentschler, Bernhard Schultze, Emil Schumacher, K.R.H. Sonderborg, Walter Stöhrer, Antoni Tàpies, Fred Thieler, Margareta Tovar, Qi Yang


    ZHOU Brothers
    Malerei, Skulptur
    10. Oktober bis 29. November 2008

    Eröffnung: 10. Oktober 2008, 19.00 Uhr
    Einführung: Dr. Roland Held, Darmstadt

    Die Zhou Brothers – Shan Zou und DaHuang Zhou - kreieren jedes Kunstwerk gemeinsam. Sie beschreiben ihre Zusammenarbeit als „dream dialogue", ein Zustand der simultanen Meditation und Kommunikation. Bestandteil der interaktiven Zusammenarbeit ist die Vielfalt der Materialien, mit denen gearbeitet wird, wie Öl, Kohle, Sand, Holz, Bronze und neuerdings Blei und Seide. Die Zhou Brothers haben in ihren Werken eine ganz eigene Ästhetik geschaffen, um ihrem Sujet - mankind - gerecht zu werden und durch die nahtlose Mischung von östlichem primitivem Symbolismus und westlicher Abstraktion eine universelle Sprache gefunden.

    Während ihrer über 30jährigen künstlerischen Laufbahn wurden die Zhou Brothers für ihre beispiellose Fusion von östlicher und westlicher Ästhetik weltbekannt. 1952 und 1957 in Guangxi, China geboren, waren sie die ersten Künstler, die jemals in allen fünf bedeutenden Museen Chinas - darunter das National Museum of Art, Peking - zu einer Ausstellung eingeladen wurden. 1985 wurde ihnen der "National Prize of the Chinese Avant-Garde" verliehen. Nachdem sie den Höhenpunkt ihrer künstlerischen Karriere in China erreicht hatten, siedelten sie 1986 nach Chicago um - der Beginn ihrer internationalen Karriere. Seitdem wurden die Arbeiten der Zhou Brothers in zahlreichen namhaften Museen, kulturellen Einrichtungen und Galerien weltweit ausgestellt (u.a.Portland Art Museum, Oregon, USA, Kunsthalle Darmstadt, Museum Ludwig, Budapest, Elmhurst Art Museum, Illinois). Ihre Arbeiten sind in über 20 Büchern und Katalogen dokumentiert und fanden ihren Weg in private und öffentliche Sammlungen auf der ganzen Welt.

    Mehrfach fanden öffentliche Malperformances der Zhou Brothers statt, besonders hervorzuheben die eindrucksvolle Performance beim Weltwirtschaftsgipfel 2000 in Davos, Schweiz, zu dem die beiden Brüder als Gäste eingeladen wurden. In Deutschland wurden sie u.a. 1996 mit dem renommierten Kunstpreis der Heitland Foundation, Celle ausgezeichnet.

    Die Galerie Nero zeigt neue Arbeiten und Malereien, Skulpturen und Zeichnungen aus drei Jahrzehnten.

    Ausstellung und Preise (Auszug)

    1983-84 Studium der Malerei und Freskomalerei, National Academy for Arts and Crafts, Beijing

    1978-82 Studium Theater und Kunst an der University of Shanghai, Prize for Creativity, Peace Corps of the United Nations, Beijing, China

    1985 National prize of the Chinese Avant-Garde of the Ministry of Culture, Beijing

    1986 1st Prize Springfield Art League, 69, National Exhibition, USA

    1996 Kunstpreis der Heitland Foundation, Celle, Deutschland

    1996 Gastprofessur Internationale Akademie für Kunst u. Design, FH Hamburg

    seit 1998 Professur Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst, Salzburg

    2004 American Immigrant Achievement Award, Law Foundation

    2005 Golden Lion Award, Chicago, Illinois

    2006 Lincoln Award, Lincoln Academy, Illinois

    2007 "30 year Retrospective" – National Art Museum of China, Bejing, China, Painting performance at Zhongshan Hall in The Forbidden City, Beijing, China

    2008 He Xiangning Art Museum Shen Zhen, Hong Kong, "Wisdom of Energy" Painting Performance, United Nations in New York


    Michael Wirkner
    Malerei
    29. August bis 4. Oktober 2008

    Eröffnung: 29. August, 19.00 Uhr
    Einführung: Anita Kaegi, Berlin

    Michael Wirkner

    Die Galerie Nero zeigt vom 29. August bis 4. Oktober 2008 Werke des Schweriner Malers Michael Wirkner. Zu sehen sind zum einen seine sinnlich, kunstvoll abstrahierten Landschaften und Seestücke, Seelenlandschaften in sprudelnden Kaskaden reiner Farbe, in Dutzenden Schichten kostbarer Pigmente über Papier und Leinwand geschüttet. Aber auch überraschend zarte Blätter von erstaunlicher Tiefe getuscht, helle Flächen, mit Substanz aufgeladen und strukturiert lediglich durch sparsam aufgetragene, eigentümlich verwischte, schwarze Einsprengsel von fast tachistischer Anmutung und zarte dunkle Linien.

    In seinen neueren Arbeiten verzichtet der Künstler auf die Pracht starker Farben und verlässt sich ganz auf die frappierenden Wirkungen von Schwarz und Weiß, Hell und Dunkel, malt in reich differenzierten Nuancen Landschaften, die nicht fotografisch dokumentiert, sondern tief empfunden sind.

    Michael Wirkner
    1954 geboren in Chemnitz, 1975 – 1978 Studium der Grafik und Typografie an der FH für Werbung und Gestaltung Berlin, 1978 – 1979 Studium der Grafik und Malerei, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig, 1982 – 2000 freischaffend in Schwerin, 1982 – 1985 Gastdozent für Naturstudium, FH für Werbung und Gestaltung, Berlin, seit 2000 freischaffend in Sarow, seit 2007 auch in Schwerin

    Seit 1984 zahlreiche Stipendien, Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland

    Arbeiten im öffentlichen Besitz (Auswahl)
    Brandenburgische Kunstsammlung Cottbus, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstichkabinett, KfW-Bank, Frankfurt am Main, Museum der Bildenden Künste, Leipzig, Grundkreditbank Hamburg, Deutsches Literaturarchiv Marbach, Kunstsammlung Neubrandenburg, Ostdeutsche Sparkassenstiftung, Potsdam, Staatliches Museum, Schwerin, Sammlung wissenschaftliche Gesellschaft Namibia, Windhuk, Museum Bellerive, Zürich, Sammlung der Bundesrepublik Deutschland, Kunstsammlung e-on, Düsseldorf / Berlin, Sammlung IBM Deutschland, Niedersächsische Sparkassenstiftung, Hannover

    Michael Wirkner lebt und arbeitet in Schwerin und Sarow


    Joachim Hiller
    Reliefs und Arbeiten auf Papier
    30. Mai bis zum 23. August 2008

    Eröffnung: 30. Mai 2008 um 19:00 Uhr
    Einführung: Dr. Peter Lodermeyer, Kunsthistoriker und Autor, Bonn

    Joachim Hiller

    Vom 30. Mai bis zum 23. August 2008 zeigt die Galerie Nero ihre dritte Einzelausstellung des in Nierstein lebenden Künstlers Joachim Hiller. Präsentiert wird eine Auswahl von nie zuvor gezeigten Arbeiten auf Papier aus vier Jahrzehnten - ausschließlich Unikate - in Kombination sowohl mit älteren als auch ganz neuen Reliefarbeiten.

    Für die Ausstellung hat Joachim Hiller tief in den umfangreichen Fundus seiner Arbeiten auf Papier gegriffen. Wie keine andere Werkgattung dokumentieren sie die Experimentierfreudigkeit des Künstlers und die frappierende Vielfalt seines einzigartigen Œuvres. Stark von der intensiven Beschäftigung mit naturhaften Strukturen und Formgesetzen geprägt, fertigt Hiller neben Leinwandbildern zahlreiche Malereien auf Papier. Dabei benutzt er völlig ungewöhnliche, nicht selten von ihm selbst entwickelte Maltechniken. Abseits von bekannten Stilkategorien, führen diese Arbeiten in bislang unbekannte visuelle Regionen.

    In reizvollem Kontrast zur Leichtigkeit der Arbeiten auf Papier stehen Hillers Realreliefs mit ihrer plastischen Wucht und starken körperlichen Präsenz. Hiller versteht Malerei als einen Prozess, der ausdrücklich die Eigenschaften der von ihm verwendeten Materialien in die Gestaltung mit einbezieht. So ist es nur konsequent, diesen Prozess immer wieder in den Raum auszudehnen. Die Ausstellung zeigt u.a. frühe Reliefs, die mit den tektonischen Strukturen zerbrochener Platten aus Glas bzw. Spachtelmasse arbeiten. Zusätzlich werden neueste Arbeiten von 2008 präsentiert.

    Joachim Hiller, 1933 in Berlin geboren, war nach dem Kunststudium in Berlin als Werbegrafiker und Artdirector in Frankfurt a.M. und Hamburg tätig. Seit 1969 jedoch widmet er sich ausschließlich seiner Malerei. Völlig abseits des Kunstbetriebs ist in vierzig Jahren ein umfangreiches, vielgestaltiges Werk entstanden. Seit Hillers Arbeiten 2006 erstmals öffentlich gezeigt wurden, haben sie international Aufmerksamkeit gefunden. Sie wurden in Ausstellungen und Kunstmessen u.a. in Köln, Karlsruhe, Zürich, Seoul und Santa Fe gezeigt. Im Herbst 2008 wird das Museum Villa Haiss in Zell a.H. eine Hiller-Retrospektive ausrichten.


    Trudy Ouboter
    Malerei
    11. April - 24. Mai 2008

    Eröffnung: 11. April 2008
    Einführung: Prof. Wilhelm Kufferath von Kendenich

    Trudy Ouboter

    Die Schweizer Künstlerin Trudy Ouboter hat während mehrer Jahre die verschiedensten Klassen der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst in Salzburg besucht. Künstler wie die Zhou Brothers, Gotthard Graubner, Per Kirkeby, Corneille, Rudolf Hradil, Jim Dine und viele mehr waren - teilweise während mehrerer Jahre - ihre Dozenten.

    Betrachtet man die Werke der Künstlerin stellt man aber fest, dass kaum Einflüsse jener Künstler, bei denen sie studiert hat, ihre Schaffensweise beeinflussen. Vielmehr reifen Bildthemen unspektakulär heran, die aus einem Dialog von Aktion, Reaktion und Reflexion entstehen. Jedes Werk steht für sich allein. Dabei ergeben sich durchaus thematische Gruppen, die an einer Struktur oder durch ein Farbspektrum erkennbar sind. Immer gibt es ein Zentrum des Geschehens, auf das das Auge des Betrachters geführt wird. Die linearen Strukturen erscheinen manchmal wie Kraftlinien oder Lebenslinien, führen hin zu Figürlichem, ohne dabei aber eine Figur oder einen Gegenstand zu vollenden. Hinsichtlich Farben agiert die Künstlerin meist in einem Spektrum von zwei bis drei Grundfarben.

    Trudy Ouboter ist eine stille Persönlichkeit, die es auf eine hervorragende Art und Weise versteht, Erlebtes und Erfahrenes in ihrem künstlerischen Schaffen wiederzugeben. Das Resultat ihrer Malerleidenschaft durfte die bald 80-jährige Künstlerin dem interessierten Publikum in vielen Ausstellungen u.a. in den USA, Italien, Griechenland, Deutschland, der Schweiz und in Dubai präsentieren.


    Caro Jost
    Streetprints
    22. Februar - 5. April 2008

    Eröffnung: 22. Februar 2008 um 19.00 Uhr
    Einführung: Einführung: Prof. Klaus Honnef, Bonn

    Caro Jost, Streetprints

    1965 geboren in München
    1985 – 1993 Studium der Literatur- und Rechtswissenschaften, München
    1990 - 1997 Arbeitsaufenthalte u.a. New York, Japan, Frankfurt
    2000 - 2002 Studium an der Art Students League New York, New York
    Seit 2001 wird Caro Jost auch von der etablierten New Yorker Galerie "ALP GALLERIES New York" vertreten, und ihre Arbeiten wurden bisher in einer Reihe von Ausstellungen in New York und München, sowie auf Kunstmessen in Shanghai, Miami und Köln gezeigt.

    Museumsausstellung in 2008
    Caro Jost - Streetprints, 26. Juli - 31. August
    Haus der Künste / Moderne Gemäldegalerie, Sammlung László Vass, Veszprém/Budapest
    Die Sammlung Vass ist die größte Sammlung zeitgenössischer konstruktivistischer Kunst in Ungarn. Die Ausstellung findet im Privatmuseum von László Vass statt.

    Aktuell erschienen ist der Katalog STREETPRINTS, verlegt im Ernest Rathenau Verlag, New York.

    STREETPRINTS

    In 2000 entwickelte Caro Jost in New York eine neue Technik in der Kunst - die STREETPRINT-Technik. Zwei Aspekte begründen diese Technik und dominieren die Arbeiten entscheidend: Die Auseinandersetzung mit der Frage, inwieweit die traditionelle Funktion der Malerei, das detaillierte Dokumentieren und Abbilden der Wirklichkeit durch die Fotografie ersetzt wurde und wird. Caro Jost hat eine neue Form der Momentaufnahme gefunden, indem sie die Authentizität als Dokument von Zeit und Ort auf der Leinwand festhält. Damit spannt sie einen Bogen in der Geschichte der Malerei und gibt ihre Antwort der Moderne auf die klassische Malerei. Das Ergebnis erscheint abstrakt und ist dennoch sehr konkret. Basis der Arbeiten ist der für die Malerei typische und konventionelle Träger: Leinwand auf Keilrahmen.

    Caro Jost´s Malerwerkzeug ist die Umgebung selbst. Sie wählt dafür die Straßenoberflächen von Metropolen dieser Welt. So entstanden bisher STREETPRINTS z.B. mit den Strassen von New York, London, Shanghai, Venedig, Berlin und natürlich auch Wiesbaden. Der Ort, den Caro für ihren Abdruck auswählt, hat immer eine besondere Bedeutung. Dieser, sowie das genaue Datum der Entstehung sind auf der Rückseite jedes Streetprints genau beschrieben, wodurch das jeweilige Bild den Charakter eines Zeitdokuments erhält.

    Eine Erweiterung erfahren die Arbeiten durch die Kombination mit digitalen Fotos. Durch die Zusammenführung der Medien Fotographie und Malerei in einem Werk, spielt die Künstlerin ganz direkt auf eines der Hauptthemen ihrer künstlerischen Auseinandersetzung an. Die nun auch als Foto abgebildete Umgebung wird radikal reduziert auf ihre Umrisse und jeglicher Details beraubt. Für den Betrachter bleibt die Erkennbarkeit dennoch erhalten. Die Fotos zeigen jeweils den Ort, an dem der dazugehörige Streetprint entstanden ist.

    Prof. Klaus Honnef
    Freier Publizist und Kurator, Co-Kurator der documenta 5 und documenta 6, Kassel
    Direktor des Westfälischen Kunstvereins in Münster bis 1974
    Ausstellungschef des Rheinischen Landesmuseums Bonn bis 1999
    Professor für Theorie der Fotografie an der Kunsthochschule Kassel bis 2004
    Zahlreiche Bücher, u.a. Concept Art, 1971;
    Kunst der Gegenwart, 1988; Andy Warhol, 1989;
    Von Körpern und anderen Dingen. Deutsche Fotografie im 20. Jahrhundert, 2003


    Margareta Tovar
    Malerei und Zeichnung
    11. Januar – 16. Februar 2008

    Eröffnung: Freitag, 11. Januar, 19:00 Uhr
    Einführung: Dr. Peter Lodermeyer, Kunsthistoriker Bonn

    Margareta Tovar

    Schon immer war die Zeichnung auch eigenständige Ausdrucksform und schon längst hat sie Freiheit vom Abbild der Natur gewonnen.

    Margareta Tovar hat sich in ihrem Schaffen konsequent der Linie verpflichtet. Ihre Malerei ist in diesem Sinne eine sehr zeichnerische Malerei. Dies ist kein Widerspruch, sondern charakterisiert die Arbeitsweise der Künstlerin. Dabei sind die Bilder eine Kombination aus Abstraktem Expressionismus und Minimalismus.

    Wesentlich an dieser Kunst ist, dass sie sich vom Gegenstand befreit hat, das hat zur Folge, dass die Künstlerin ganz aus sich selbst schöpfen muss, um zu einem Ergebnis zu gelangen. Die uns umgebende Realität dient nicht als Motiv. Dieses aus-sich-selbst-schöpfen vollzieht sich aus einem expressiven Schaffen heraus. Hinzu kommt der konzeptuelle, fast schon minimalistische Aspekt des künstlerischen Ansatzes. Margareta Tovar setzt in einigen Gemälden mit weißen Balken Rhythmus in das Bild. Wobei diese weißen Balken gewissermaßen Leerstellen im Bild sind. Sie sind aufzufassen als Pausen im Bild, Pausen, die dem Betrachter ein Moment der Ruhe geben. Denn die Verdichtung der Linien und deren Verzerrungen im Detail geben dem Auge keine Ruhe, sondern vermitteln eine Unruhe, ein Flimmern, das erst in der Masse eine eigene Form der Ruhe entstehen lässt.

    In älteren Arbeiten waren die Linien noch um ein Zentrum auf der Leinwand zusammengeballt. Dies ist bei neueren Bildern anders. Die Linien machen vor dem Bildrand nicht halt, sondern stoßen an ihn, scheinen sogar über ihn hinaus zu gehen. So gesehen sind diese Gemälde gleichsam Ausschnitte aus möglichen größeren, vielleicht unendlichen Bildern.

     
    Kaiser-Friedrich-Ring 22 | D-65185 Wiesbaden | Inhaberin: Susanne Kiessling